WDR Beitrag: Ausgerechnet – Kaffee

Daniel Assmann erkundet in seiner Reihe „Ausgerechnet Kaffee“ wie sich der Kaffeepreis zusammensetzt und wo die Industrie nachhilft um mehr Gewinn mit diesem Produkt zu machen. Seine Reise führt ihn den Hamburger Hafen, zu einer Privatrösterei aber auch zu einem jungen Cafébetreiber in Köln. Er geht den Fragen nach, was einen guten Kaffee ausmacht und worauf der Verbraucher beim Kaffeekauf achten sollte. Eine sehr interessante Dokumentation.

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Was ist die Deutsche Röstergilde?

Die Deutsche Röstergilde wurde 2006 als Bundesverband der deutschen Spezialitäten Röster von 7 Kaffeeröstereien, unter anderem von Kaffeekultur, gegründet. Das Ziel war und ist es, dieser sehr kleinen Branche eine Plattform für Wissensaustausch, gemeinsame Weiterbildung z.B. durch gemeinsame Ursprungsreisen und Vernetzung in allen Bereichen des Spezialitätenkaffees zu bieten.

Fünf gute Gründe

Die Arbeit der Deutschen Röstergilde und ihrer Mitglieder orientiert sich an den folgenden fünf Werten.

  1. Herausragende Qualität des Rohkaffees
    Es werden nur hochwertige Rohkaffees aus den besten Lagen der Welt verarbeitet.
  2. Fairness
    Es wird großen Wert auf persönliche Beziehungen zu den Kaffeepflanzern im Ursprung gelegt. Somit können faire Preise gewährleistet werden.
  3. Handwerkliche Trommelröstung
    Die handverlesenen Rohkaffees werden traditionell von Hand in der Trommelröstmaschine zu feinstem Röstkaffee veredelt. Bei niedrigen Temperaturen werden die Kaffees lange und schonend geröstet.
  4. Frische
    Durch die traditionelle Herstellung der Kaffees in kleinen Mengen kann die Frische optimal gewährleistet werden. Kaffees, die lange gelagert werden, verlieren sehr schnell an Aroma und beginnen in Verbindung mit Sauerstoff zu oxidieren.
  5. Transparenz
    Bei Röstvorführungen oder bei Ihrem Einkauf in Ihrer Rösterei können Sie dem/der Röstmeister/in über die Schultern schauen und den Röstvorgang beobachten.

Wer nun gerne mehr über die Röstergilde erfahren möchte, kann sich gerne auf der Webseite der deutschen Röstergilde umsehen, oder im Blog stöbern.

Die Entdeckung des Kaffees

Die Entdeckung des Kaffees wird in vielen Legenden einem Ziegenhirten Namens Kaldi zugeschrieben. Seine Tiere kamen eines Tages vom Weiden nicht wie sonst üblich auf einen Pfiff zurück. Als Kaldi sie in der Tiefe des Waldes wiederfand, waren die Tiere vollkommen verändert. Sie sprangen wie wild umher, meckerten ohne Unterlass und waren nicht zu beruhigen. Er beobachtete, wie einige Tiere von einem Strauch kräftig grüne Blätter und tiefrote Früchte fraßen. Nun probierte er selbst die süß-sauren Früchte.

Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Die Trägheit des Geistes war vorbei, Gedanken flogen heran und waren im Handumdrehen zu Ende gedacht. Jegliche Müdigkeit war verschwunden. Nach der Rückkehr in sein Dorf machte die Geschichte schnell die Runde. Die Mönche eines benachbarten Klosters hörten auch davon und ließen sich von Kaldi die Stelle im Wald zeigen, wo die Pflanzen wuchsen.

Auch sie nutzten die Wirkung der Pflanze bald für sich. Die nächtlichen Gebete im Kloster waren so viel leichter und vor allem wacher zu vollbringen. Als der Abt die Kaffeekirschen fand, warf er sie als Teufelszeug ins Feuer. Doch der wundervolle Duft der röstenden Bohnen, der nun aufstieg sprach sofort seine milde und versöhnliche Seite an. Die Bohnen wurden dem Fegefeuer entrissen und im Weiteren war die Kaffeezubereitung entdeckt.
Tatsächlich stammt die Kaffeepflanze aus dem Südwesten Äthiopiens, der Provinz Kaffa. Von hier aus wurde sie in den Jemen gebracht, wo die erste geplante Kultivierung der Pflanze stattfand. Die Jemenitische Hafenstadt Mocha wurde das erste Kaffeehandelszentrum; und die Stadt mächtig und reich. Langsam verbreitete sich die Kunde vom Kaffee in der ganzen arabisch-osmanischen Welt. Kaffeehäuser entstanden und die ersten Reisenden aus dem Westen lernten den Kaffee kennen.

Die weitere Verbreitung der Pflanze, natürlich von den Arabern eifersüchtig und bei Todesstrafe zu verhindern gesucht, gelang zunächst den Holländern. Im Jemen gestohlene Kaffeekirschen wurden nach Indonesien gebracht und dort überaus erfolgreich angebaut. Der zweite Weg des Kaffees war der in die Karibik: der französische Offizier Matthieu de Clieu brachte ein Pflänzchen aus den königlichen Gärten in Versailles unter dramatischen Umständen auf die Insel Martinique. Von hier aus breitete sich in der weiteren Geschichte der Kaffeeanbau auf fast alle Länder Zentral- und Südamerikas aus.