Karlsbader Kanne in Golg geht nach Lüdenscheid

Karlsbader Kannen Cup in Berlin gewonnen

Wie Ihr vielleicht auf unserer Facebook Seite verfolgt habt, habe ich Anfang September den während des Berlin Coffee Festival ausgetragenen Wettbewerb des Karlsbader Kannen Cup gewonnen. Aber was wird da eigentlich gemacht? Oder zunächst einmal: was ist denn eine Karlsbader Kanne überhaupt? Das möchte ich euch in diesem Artikel erklären.

Was ist eine Karlsbader Kanne?

Die moderne Variante der Karlsbader Kanne.

Bei der Karlsbader Kanne handelt es sich um eine schon sehr lang bekannte Zubereitungsform von Filterkaffee. Die im Einflußbereich der ehemaligen Habsburger K u. K Monarchie sehr bekannte Methode besteht aus einer Kanne mit einem Filteraufsatz, einem Wasserverteiler und einem Deckel, alles aus Porzellan gefertigt. Bei dem Filteraufsatz wird kein weiteres Filtermedium wie z.B. Papier benötigt. Als Filter fungieren zwei mit sehr feinen Schlitzen gefertigte Porzellaneinsätze. Bedingt durch diese Filtration wird der Kaffee ausgesprochen natürlich inklusive aller Geschmacksstoffe extrahiert. Ergebnis ist ein voller, umfänglicher Kaffee der den Charakter der jeweiligen Provenienz vollständig widerspiegelt.

Der Karlsbader Kannen Cup

Die moderne Karlsbader Kanne „zerlegt“. Gut zu erkennen: Die Filterschlitze.

Bei der Meisterschaft hat der Teilnehmer nun zunächst die Aufgabe innerhalb von 10 Minuten drei möglichst gleich gebrühte Kannen seines eigenen, mitgebrachten Kaffees zuzubereiten. Beim Aufgießen und in den vorangegangenen Arbeitsschritten (Abwiegen und Mahlen des Kaffees) muss mit höchster Präzision gearbeitet werden. Auch kleine Unterschiede der verschiedenen Parameter, hier sei beispielhaft die überaus wichtige Wassertemperatur genannt, nehmen manche Kaffees solche Differenzen bei der geschmacklichen Gleichheit schon ausgesprochen übel. Eine Erklärung der Arbeitsschritte, die Vorstellung des verwendeten Kaffees von der Herkunft, der Sorte, der Farm bzw. dem Erzeuger ist genauso gefordert wie die sensorische Beschreibung des Kaffees und wird entsprechend gewertet.

Im zweiten Teil des Wettbewerbs wird nun ein dem Teilnehmer unbekannter Kaffee mit den gleichen sorgfältigen Arbeitsschritten zubereitet. Hier ist nach dem Brühen allerdings „nur“ noch eine genaue sensorische Beschreibung des Kaffees gefragt. Alle zubereiteten Kaffees werden mit einem Refraktometer auf den Extraktionswert der jeweiligen Brühung überprüft. Je näher die Messwerte zusammenliegen, desto höher die Punktzahl.

Unser Siegerkaffee: Panama Geisha

Da der eigene Kaffee auch in der Verkostung bewertet wird und diese Bewertung mit in die Punkteverteilung einfließt, ist es natürlich sehr wichtig einen hochwertigen und interessanten Kaffee zum Wettkampf mitzubringen. Die Auswahl wurde im Vorfeld in unserer Rösterei nach einer umfangreichen Verkostung aller besonders ausdruckstarken Kaffees mit einer Zubereitung in der Karlsbader Kanne vorgenommen. Meine Wahl fiel dann letztendlich auf unseren Panama Geisha Kaffee der Finca Aurora.

Der Wettbewerb war ausgesprochen interessant und die Teilnehmer hatten alle viel Spaß bei der Zubereitung, beim Verkosten und Fachsimpeln. Auch an dieser Stelle noch einmal der herzliche Dank an die Gastgeber und Organisatoren von der Berlin School of Coffee.

Fotos

Hier noch einige Bilder, die ich vom Karlsbader Kannen Cup mitgebracht habe:

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Die Geschichte der KAFFEEKULTUR Rösterei

Seit 2003 rösten wir unseren Kaffee selbst. Zunächst mit einer fast antiken 5 kg Röstmaschine der Firma Probat aus Emmerich, dann mit einer 12kg Maschine des amerikanischen Produzenten Diedrich aus Idaho, USA. Unser Röstverfahren unterscheidet sich wesentlich vom Rösten der Industrie. Das handwerkliche, langsame und schonende Rösten lässt eine andere Ausbildung der Aromen zu und sorgt für einen bekömmlicheren Kaffee. Dabei spielt die Umwandlung der verschiedenen im Rohkaffee enthaltenen Zucker in verschiedene Säuren während des Röstvorgangs eine große Rolle. Voraussetzung für eine gute geschmackliche Qualität ist aber immer die Auswahl von exzellenten Rohkaffees.

Was aber ist guter, hochqualitativer Kaffee? Wenn wir hier zunächst die Coffea Arabica betrachten, kommen einige wesentliche Aspekte ganz nach vorne: Klima, Kleinklima und Terroir (Böden). Wie der Wein ist auch der Kaffee eine vom Standort geprägte Pflanze. Ausgeglichene Jahresdurchschnittstemperatur und Niederschlagsmengen sind extrem Wichtig. Da der Kaffee in eigentlich sehr heißen tropischen und subtropischen Regionen zu Hause ist, wird gleich klar, wo hier diese ausgeglichenen Regionen zu finden sind: in den Hochlandgebieten. Erst ab ca. 1000 Meter über dem Meeresspiegel ist qualitativ hochwertiger Kaffee zu erzeugen.

Wie der Wein ist auch der Kaffee eine tiefwurzelnde Pflanze. Hier kommt das Alter der Pflanze, also die Tiefgründigkeit der Wurzeln genauso zum Tragen wie die Zusammensetzung der Böden. Wenn nun auch noch die unterschiedlichen Sorten des Kaffees wie Typica, Bourbon, Catuai, Catimor usw. usw. in Betracht gezogen werden, ist die Bandbreite des Charakters und der Qualitäten enorm.

Die deutschstämmige Familie Mierisch in Matagalpa, Nicaragua gehört zu den Pionieren der Erforschung des Einflusses von (Anbau-)Lage und Kaffeesorte in Bezug auf die Tassenqualität. Auf sieben kleineren Fincas um Matagalpa und Jinotega werden die unterschiedlichsten Sorten auf stark voneinander abweichenden Böden und wiederum in sehr verschiedenen Kleinklimata angebaut. Die genaue Dokumentation der Verkostungsergebnisse dieser Kaffees ergibt langsam ein immer vollständiger werdendes Puzzlebild. Aber auch schon jetzt gehören die Kaffees der Familie Mierisch zu den ausdruckstärksten und außergewöhnlichsten Kaffees Nicaraguas, wenn nicht sogar Zentralamerikas.

Der traditionelle Rohkaffeehandel, auch im Spezialitätenbereich, hat in den letzten Jahren Veränderungen erfahren. Die Aufgabe der Rohkaffeeimporteure des arrivierten Hamburger und Bremer Marktes hat durch direkte Kontakte und persönliches Engagement der Spezialitätenröster in den Erzeugerländern eine zusätzliche Facette gewonnen. Zunehmend mehr werden Kaffees von kleinen Familienfarmen, sogenannte Microlots, meist nur wenige Sack Rohkaffee umfassend, direkt bzw. mit Unterstützung der Importunternehmen aus den Ursprungsländern nach Deutschland geholt und exklusiv von diesen Kleinröstern vermarktet. Die persönlichen Kontakte zu den Erzeugerfamilien lassen einen lebendigen Austausch von der Pflanze bis zur Tasse zu. Die Anonymität einer sonst nur wirtschaftlichen Kette wird durchbrochen und füllt sich mit Bildern und Geschichten von Menschen, die partnerschaftliches Handeln mit Freude und Genugtuung erfüllt.

KAFFEEKULTUR auf dem ersten Lüdenscheider Streetfood festival

Vom 5. bis zum 7. Mai fand in Lüdenscheid zum ersten Mal ein Streetfood Festival statt. Neben zahlreichen Ständen und Trucks waren auch wir mit unserem Kaffeewagen vor Ort und haben den Gästen aus Lüdenscheid und Umgebung unsere leckeren Nitro Coffee präsentiert.

Hier sind einige Bilder vom Markt und unseren Vorbereitungen sowie Artikel der Presse.

Bericht der Lüdenscheider Nachrichten

Bericht von TACH! Lüdenscheid